Zeit für mich.
Für viele Väter klingt das immer noch wie etwas, das ganz am Ende kommt.
Erst die Kinder.
Dann der Job.
Dann der Haushalt.
Dann alles andere.
Und wenn irgendwo noch ein bisschen Zeit übrig bleibt, vielleicht mal ich selbst.
So war es bei mir lange.
Meine Kinder waren für mich immer Priorität eins. Gleichzeitig hatte ich meinen Job, Verantwortung, Reisen, Termine, Haus, Kosten und den ganz normalen Wahnsinn drumherum.
Und natürlich hatte ich auch berufliche Ziele. Mehr Verantwortung. Mehr Möglichkeiten. Vielleicht irgendwann der nächste Schritt.
Irgendwann habe ich aber gemerkt:
Wenn ich so weitermache, funktioniert das irgendwann nicht mehr.
Nicht weil ich meinen Job nicht mehr mochte oder keine Ziele mehr hatte. Sondern weil ich gemerkt habe, dass ich selbst irgendwo dazwischen verschwinde.
Also habe ich mir irgendwann gesagt:
Michel, bleib erstmal bei den Basics.
Schau, dass du vernünftig klarkommst. Dass du Energie hast. Dass du für deine Kinder da bist. Dass du nicht ständig nur noch funktionierst.
Das hat sich im ersten Moment fast wie Aufgeben angefühlt.
War es aber nicht.
Ich habe nichts aufgegeben.
Ich habe nur aufgehört zu glauben, dass alles immer sofort passieren muss.
Dazu kam natürlich meine private Situation.
Meine Ex-Frau ist vor neun Jahren ausgezogen. Die Kinder sind bei mir geblieben. Das Haus auch.
Und damit eben auch alles, was daran hängt.
Kosten. Verantwortung. Alltag.
Gerade am Anfang wusste ich manchmal wirklich nicht, wie ich das alles schaffen soll.
Aber irgendwie macht man weiter.
Das war wahrscheinlich genau mein Problem.
Ich habe immer weitergemacht.
Für die Kinder.
Für den Job.
Für das Haus.
Für alles Mögliche.
Nur mich selbst habe ich dabei ziemlich weit nach hinten geschoben.
Und von außen sieht das keiner.
Die Leute sehen vielleicht einen guten Job, Reisen, ein Haus, zwei Kinder und denken:
Bei dem läuft doch.
Was sie nicht sehen, ist der volle Kopf.
Die Müdigkeit.
Den Druck, den man sich selbst macht.
Oder dass man manchmal einfach nur noch funktioniert.
Irgendwann musste ich lernen, dass mir auch egal sein darf, was andere denken.
Dann ist der Rasen eben nicht fertig.
Dann mache ich heute nur 60 Prozent.
Dann bleibt etwas liegen.
Davon geht die Welt nicht unter.
Und wenn ich merke, dass ich Zeit für mich brauche, dann nehme ich sie mir heute auch.
Das musste ich lernen.
Gerade als Vater.
Weil sofort dieses schlechte Gewissen kommt:
Ich könnte doch jetzt etwas mit den Kindern machen.
Ich könnte noch dies erledigen.
Ich könnte noch das machen.
Aber meine Kinder haben inzwischen auch gelernt:
Papa braucht manchmal Zeit für sich.
Mal fahre ich Fahrrad.
Mal spiele ich Gitarre.
Mal sitze ich einfach irgendwo alleine.
Und manchmal fahre ich auch ein paar Tage weg.
Und weißt du was?
Danach bin ich meistens ein besserer Vater.
Nicht weil ich vorher keiner war.
Sondern weil ich entspannter bin. Geduldiger. Mehr bei mir.
Das ist für mich heute der eigentliche Punkt:
Zeit für mich bedeutet nicht, dass meine Kinder weniger wichtig sind.
Eher im Gegenteil.
Ich kann besser für sie da sein, wenn ich nicht selbst komplett leer bin.
Früher hätte ich Me Time wahrscheinlich als Luxus gesehen.
Heute sehe ich das anders.
Manchmal brauche ich fünf Minuten.
Manchmal eine Runde mit dem Bike.
Manchmal Musik.
Und manchmal einfach zwei Tage raus.
Hauptsache, ich merke zwischendurch wieder:
Da bin auch noch ich.
Genau solche Dinge habe ich auch in meinem PDF gesammelt.
Keine große Lebensveränderung.
Einfach ein paar Sachen, die mir selbst helfen, wenn mein Kopf voll ist.
