Wenn ich mit den Kindern aneinandergerate, mich im Job irgendwas richtig nervt oder ich merke, dass ich mich gerade selbst hochfahre, mache ich inzwischen etwas ziemlich Einfaches:
Ich nehme mich für fünf Minuten raus.
Mehr nicht.
Manchmal gehe ich kurz vor die Tür. Manchmal laufe ich ein paarmal die Treppe hoch und runter. Manchmal setze ich mich mit einem Kaffee irgendwo hin und mache einfach mal gar nichts.
Das klingt jetzt nicht besonders spektakulär. Ist es auch nicht.
Aber genau deshalb funktioniert es für mich.
Ein Moment ist mir besonders hängen geblieben. Ich war nach einer ziemlich stressigen Zeit auf Mallorca und habe mich irgendwann einfach alleine an den Strand gesetzt.
Handy weg. Nichts erledigen. Nichts beantworten.
Einfach aufs Wasser schauen.
Ich weiß noch, wie ich da saß, den Wind gemerkt und das Meer gehört habe. Und irgendwann kam dieser Gedanke:
Gerade will keiner etwas von dir.
Das war irgendwie geil.
Nicht weil danach plötzlich alle Probleme weg waren. Aber für diesen Moment war einfach Ruhe.
Und das waren vielleicht fünf Minuten.
Früher hätte ich wahrscheinlich gesagt: Was sollen fünf Minuten bringen? Wenn du richtig gestresst bist, brauchst du Urlaub. Einen freien Tag. Ein Wochenende ohne Termine.
Ja, wäre schön.
Aber wenn du arbeitest, Kinder hast, Haushalt, Termine und den ganzen Rest, wartet dieser perfekte freie Tag manchmal ziemlich lange auf dich.
Und bis dahin machst du eben weiter.
Genau das habe ich jahrelang gemacht.
Heute merke ich viel früher, wenn ich mich gerade hochschaukle. Und dann helfen mir diese paar Minuten dabei, nicht sofort aus der Wut oder dem Stress heraus zu reagieren.
Nicht immer.
Ich bin auch kein Zen-Mönch geworden.
Aber deutlich öfter als früher.
Und in diesen fünf Minuten gibt es für mich eigentlich nur eine Regel:
Ich muss gerade nichts.
Keine Nachricht beantworten. Keine Entscheidung treffen. Niemandem etwas erklären.
Kurz raus.
Und danach geht es weiter.
Manchmal reicht genau das schon, damit die Welt wieder ein bisschen anders aussieht.
Ich habe noch ein paar solche einfachen Sachen, die ich mache, wenn mein Kopf voll ist. Die habe ich auch in meinem PDF gesammelt.
Keine Wundertricks.
Einfach Dinge, die mir selbst helfen.
